Nachtzuschlag berechnen – Beispiele mit unterschiedlichen Stundenlöhnen

Berechne den Brutto-Nachtzuschlag mit Stundenlohn, Zuschlagssatz und tatsächlichen Nachtstunden. Beispiele zeigen auch Pausen und verschiedene Zeitfenster.

Nachtschaffen Redaktion · 11.10.2026 · Quellenstand: 11.10.2026

Für eine nachvollziehbare Berechnung brauchst du drei Angaben: den maßgebenden Stundenlohn, den geltenden Zuschlagssatz und die tatsächlich zuschlagsfähigen Stunden. Fehlt eine dieser Angaben, liefert auch ein Online-Rechner nur eine Annahme.

Die Grundformel

Stundenlohn × Zuschlagssatz ÷ 100 × Nachtstunden = Bruttozuschlag.

Beispiel: 18 Euro × 25 ÷ 100 × 6 Stunden = 27 Euro. Das ist der Zuschlag zusätzlich zum Grundlohn für die Arbeit. Es ist nicht der gesamte Schichtverdienst und nicht automatisch ein Nettobetrag.

Die folgenden Beispiele nehmen jeweils sechs anrechenbare Stunden und einen vereinbarten Geldzuschlag an. Ob dir 25 oder 30 Prozent zustehen, klärt der Ratgeber Anspruch auf Nachtschichtzuschlag.

Stundenlohn 25 Prozent je Stunde Zuschlag für 6 Stunden 30 Prozent für 6 Stunden
15,00 € 3,75 € 22,50 € 27,00 €
18,00 € 4,50 € 27,00 € 32,40 €
22,00 € 5,50 € 33,00 € 39,60 €
28,00 € 7,00 € 42,00 € 50,40 €

Eine Schicht ist nicht automatisch vollständig Nachtzeit

Angenommen, du arbeitest von 22 bis 6 Uhr, hast von 2 bis 2:30 Uhr eine unbezahlte Pause und erhältst laut geltender Regelung 25 Prozent ausschließlich von 23 bis 6 Uhr. Dann fallen in dieses Fenster sieben Stunden Anwesenheit, abzüglich einer halben Stunde Pause: 6,5 zuschlagsfähige Stunden.

Bei 18 Euro Grundlohn beträgt der Nachtzuschlag 18 × 0,25 × 6,5 = 29,25 Euro. Die gesamte bezahlte Arbeitszeit beträgt in diesem Beispiel 7,5 Stunden, also 135 Euro Grundlohn. Zusammen sind das 164,25 Euro brutto, bevor die steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung aufgeteilt wird.

Gilt laut Tarifvertrag stattdessen ein Fenster ab 22 Uhr, ändert sich die Stundenanzahl. Die steuerliche Nachtzeit ab 20 Uhr erweitert einen arbeitsrechtlichen Anspruch nicht von selbst.

Was bei Monatsgehalt wichtig ist

Teile dein Monatsgehalt nicht einfach durch die zufällig in diesem Monat geleisteten Stunden. Für den maßgebenden Stundenwert können Tarifvertrag oder Abrechnungsvorschriften einen bestimmten Divisor vorgeben. Auch die steuerliche Definition des Grundlohns muss gesondert beachtet werden.

Frage die Lohnbuchhaltung: Welche Entgeltbestandteile zählen zur Grundlage? Welcher Stundenteiler wird verwendet? Wird pro Schicht oder erst nach der Monatssumme gerundet? Runde in eigenen Kontrollrechnungen möglichst erst das Ergebnis, um unnötige Abweichungen zu vermeiden.

Unterschiedliche Zuschläge getrennt berechnen

Wenn mehrere Sätze oder Zeitfenster gelten, zerlege die Schicht in Abschnitte. Eine Tabelle mit Datum, Beginn, Ende, Pause, Grundlohn und Prozentsatz macht die Rechnung prüfbar. Sonn- und Feiertagszuschläge darfst du nur nach den geltenden Vereinbarungen hinzufügen; Zuschläge sind nicht immer beliebig kombinierbar.

Für den Nettobetrag reicht die Formel nicht. Steuerfreiheit und Beitragsfreiheit haben eigene Voraussetzungen und Grenzen. Lies dazu welche Nachtzuschläge steuerfrei sein können.

Quellen & weiterführende Informationen

Quellen geprüft am 11.10.2026. Praktische Beispiele und Checklisten sind redaktionelle Vorschläge.