Nachtarbeit an Sonn- und Feiertagen – welche Zuschläge sind möglich?

Welche Zuschläge zusammentreffen können, welche Steuergrenzen gelten und warum ein Ersatzruhetag nicht durch Geld ersetzt wird.

Nachtschaffen Redaktion · 11.10.2026 · Quellenstand: 11.10.2026

Eine Schicht von Samstagabend bis Sonntagmorgen kann mehrere Regeln berühren: Nachtarbeitsausgleich, einen vereinbarten Sonntagszuschlag und steuerliche Freibeträge. Prüfe diese Ebenen getrennt. Die Steuergrenzen sagen nicht, welche Zahlung arbeitsrechtlich geschuldet ist.

Gibt es einen gesetzlichen Sonntagszuschlag?

Das Arbeitszeitgesetz sieht keinen allgemeinen Geldzuschlag allein für Sonntags- oder Feiertagsarbeit vor. Ein Anspruch kann etwa aus Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag folgen. Für Nachtarbeitnehmer kann daneben der gesetzliche Nachtarbeitsausgleich greifen, wenn keine tarifvertragliche Ausgleichsregelung besteht.

Prüfe im Vertrag auch die Kombination: Manche Regelungen erlauben mehrere Zuschläge nebeneinander, andere bestimmen, dass nur der höchste gezahlt wird. Aus der steuerlichen Möglichkeit einer Kombination folgt kein zusätzlicher Zahlungsanspruch.

Steuerliche Grenzen im Überblick

Anlass Steuerlicher Höchstsatz nach § 3b EStG
Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr 25 Prozent
0 bis 4 Uhr bei Nachtbeginn vor 0 Uhr 40 Prozent
Sonntagsarbeit 50 Prozent
Gesetzliche Feiertage und 31. Dezember ab 14 Uhr 125 Prozent
24. Dezember ab 14 Uhr, 25./26. Dezember, 1. Mai 150 Prozent

Vorausgesetzt sind tatsächlich geleistete Arbeit, Zahlung neben dem Grundlohn und die weiteren gesetzlichen Bedingungen. Für Feiertage zählt grundsätzlich der Ort der Arbeitsstätte. Die steuerliche Stundenlohngrenze beträgt 50 Euro; für Beitragsfreiheit gelten engere Regeln.

Ein Beispiel über Mitternacht

Angenommen, du arbeitest Samstag von 22 Uhr bis Sonntag 6 Uhr und dein Vertrag sieht zusätzlich zum Grundlohn Nacht- und Sonntagszuschläge vor. Von 22 bis 24 Uhr liegt steuerlich Nachtarbeit vor. Ab Sonntag 0 Uhr kommt das Sonntagsfenster hinzu. Von 0 bis 4 Uhr ist außerdem die erhöhte Nachtgrenze möglich, weil du vor Mitternacht begonnen hast.

Bei 20 Euro Grundlohn wären für eine tatsächlich gearbeitete Stunde von 1 bis 2 Uhr bis zu 8 Euro Nachtzuschlag und 10 Euro Sonntagszuschlag steuerlich begünstigt, sofern sie in dieser Höhe zusätzlich gezahlt werden. Das ist eine Steuergrenzenrechnung, keine Zusage von 18 Euro Zuschlag.

Nachtzuschläge können steuerlich neben begünstigten Sonn- oder Feiertagszuschlägen berücksichtigt werden. Sonntags- und Feiertagsgrenzen werden dagegen bei einem Feiertag am Sonntag nicht einfach addiert. Die amtlichen Lohnsteuerhinweise erläutern solche Überschneidungen.

Die Sonderregel bis 4 Uhr am Folgetag

Wurde die Nachtarbeit vor 0 Uhr aufgenommen, kann die Arbeit von 0 bis 4 Uhr am Folgetag steuerlich noch als Sonntags- oder Feiertagsarbeit gelten. Das ist etwa bei einer Sonntagnacht in den Montag relevant. Arbeitsrechtliche Tarifzeitfenster können davon abweichen.

Zuschlag und Ersatzruhetag sind unterschiedliche Dinge

Bei Sonntagsarbeit ist grundsätzlich ein Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen, bei Arbeit an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag innerhalb von acht Wochen vorgesehen. Gesetzlich zugelassene Abweichungen sind gesondert zu prüfen. Ein Geldzuschlag ersetzt diesen Gesundheitsschutz nicht. Dokumentiere daher neben den Zahlungen auch den Freizeitausgleich.

Quellen & weiterführende Informationen

Quellen geprüft am 11.10.2026. Praktische Beispiele und Checklisten sind redaktionelle Vorschläge.